Wieder geht es um Games. Da das Projekt 52 Games aber auf Zockwork Orange stattfindet, dass ja nicht nur von mir, sondern auch von 5 Anderen befüllt wird, bleibt mir wohl nichts übrig, als auf dieses Blog auszuweichen. Kurze Erklärung: In 52 Games geht es darum, wöchentlich ein Spiel unter einem bestimmten Begriff vorzustellen. Das Thema der siebten Woche lautet: Sex.
Wir hatten ein Geheimnis. Wir fühlten uns schuldig bei dem was wir taten und so richtig verstanden wir es auch nicht. Verstohlene Blicke. Bloß leise sein. Ist die Zimmertür auch wirklich zu? Verdammt… hat uns jemand gehört? Das gibt Ärger, wenn wir erwischt werden. Wie machen wir denn jetzt weiter?
“Ich hab da was entdeckt, aber wir müssen vorsichtig sein” sagte Florian und wir verschwanden ins Zimmer. Auf Zehenspitzen, damit uns keiner im schlafenden Haus hörte. Tür zu, das Licht blieb aus. Was er mir zeigte war neu und aufregend. Aber was mussten wir genau machen? Wir hatten davon schonmal gehört, von Freunden, aber uns selbst damit auseinandergesetzt noch nie. Zaghaftes Ausprobieren zeigte uns, dass wir irgendwas nicht richtig machten. Immer wieder mussten wir von vorne anfangen, der Frust bestimmte mit der Zeit unser Handeln. Aber wir waren wissbegierig. Am Ende wartete schließlich die Belohnung, für die wir die ganze Gefahr auf uns nahmen. Wenn wir die richtigen Karten anklickten, dann entblößte sich die Pixelfrau auf dem Bildschirm.
Wir brachten uns an diesem Abend Poker bei. Nicht die berühmte Texas Hold’em-Variante die heutzutage überall zelebriert wird, sondern eine Version die ich heute nicht mehr zuordnen kann. Als Kind hatte man noch viel Frusttoleranz und genug Wissensdurst sich Regeln über Trial and Error selbst beizubringen. Wir schrieben uns auf, was wir falsch machten und kamen auf diese Weise dem Ziel immer näher. “Endlich hat sie ihren BH ausgezogen, wie aufregend! Verdammt… das muss doch hinzukriegen sein, dass wir die nächste Frau freischalten.” Ich erlernte die Regeln von Strip Poker, bevor ich Poker selbst kennenlernte.
In der Prä-DSL-Ära war diese Art und Weise der Cyber-Pornografie mit die einzige Möglichkeit für uns an erotische Bilder zu kommen. In VGA-Auflösung (oder war es doch Super-VGA?) freuten wir uns über jedes bisschen mehr Haut das wir zu sehen bekamen, auch wenn wir nicht so ganz verstanden, was wir damit anfangen sollten. Es war aber tabu für uns und das machte es aufregend. Ich erinnere mich leider nicht mehr daran, welches Strip Poker wir damals spielten. Eine der 10 Millionen Varianten da draußen hat mir jedenfalls den ersten Kontakt mit Pornografie und meinem Freund Florian kurze Zeit später mehrere Tage Hausarrest beschert, welche er – Oh Wunder – damit zubrachte sich abends wieder in das Arbeitszimmer des Vaters zu schleichen.
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