Mein letzter Artikel war scheinbar nicht nur “Bild-Zeitungs-Niveau” sondern auch “dumm” (zumindest meine Meinung die ich darin vertrete). So zwei Wortmeldungen die ich dazu erhalten habe. Der Artikel war sicherlich qualitativ nicht überragend und auch die Argumentation holprig, was ich auch gerne zugebe. Da 140 Zeichen auf Twitter aber eindeutig zu wenig sind um den Artikel zu erklären, habe ich mich jetzt entschlossen das an dieser Stelle zu tun.
Ich habe in vielen Jahren mich immer wieder mit der Diskussion auseinandersetzen müssen, was denn jetzt besser sein, Apple oder Windows. Für diese Frage gibt es natürlich keine eindeutige Antwort, denn je nach Betätigungsfeld gibt es unterschiedliche Gründe, das Eine dem Anderen vorzuziehen. Was mir aber immer wieder aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass ich als Windows-Nutzer immer den selben Argumenten ausgesetzt war, dass Windows langsam und unstabil war. “War” ist in diesem Zusammenhang die richtige Wortwahl, weil sich das System inzwischen berappelt hat, aber das alte Argument immer noch gerne und häufig genutzt wird. Dass ich abgedroschene und holprige Argumente verwendet habe, liegt wohl an der Tatsache, dass mir das inzwischen gehörig auf die Nerven geht. Auch neige ich in der Sache dazu das sektoide Verhalten der Anhänger von Apple auf die Produkte zu reflektieren, was sicherlich nicht korrekt ist. ((Wobei man sagen muss, dass die Firma dieses Verhalten bewusst triggert.))
Ich bin mir inzwischen bewusst, dass ich in meinem Artikel massenweise Stereotypen verwendet habe und damit dem Dialog nicht geholfen habe, dass ich pauschal vorgehe habe ich aber bereits im Artikel gesagt. Was ich mir eigentlich erhofft hatte, war eine Stellungnahme dazu, warum es micht nervt, dass Apple-Produkte in der Regel mit “OMG, die Weltrevolution ist da” kommentiert werden. Herausgekommen ist ein platter und unreflektiver Beitrag zu der Debatte, für den ich mich entschuldigen möchte.
Nun stehe ich da und hab einen Beitrag, auf den ich nach der Veröffentlichung nicht mehr so stolz bin, wie kurz zuvor. Was mache ich damit? Löschen? Nee, von sowas halte ich nicht soviel, da ich auch zu meinen Fehltritten stehen möchte. Deswegen habe ich mich zu dieser Stellungnahme entschieden und hoffe, dass ich ein wenig erklärt habe, warum ich mich zu dem Artikel habe hinreissen lassen.
Keine ähnlichen Beiträge.

8. Dezember 2010 um 14:10 Uhr
Okay, ich hab dich wieder lieb und wir können auf dieser Basis diskutieren. Freunde?
Ich kann hier ja mal reinschreiben, warum ich für mich persönlich mittlerweile Apple-Produkte stark bevorzuge: Es ist ein Gesamtpaket aus allem. Ich habe zu Hause derzeit einen iMac und einen Laptop mit Windows 7 und zwei verschiedenen Linux-Distributionen stehen. Und hier hat Apple ganz klar den Joker, dass sie sowohl die Hardware als auch die Software anbieten und diese ohne dass ich irgendwas dafür tun muss perfekt zusammen funktionieren. Unter Windows ärgere ich mich mittlerweile schon, wenn ich einen Treiber installieren muss, um Spiele spielen zu können, aber da gehört es halt zum Konzept, dass es auf allem läuft, was einen Prozessor hat. Und über Linux brauchen wir gar nicht erst reden, das ist ja sowieso zu nix kompatibel
Bei der Software hat Apple halt historisch ein wenig Erfahrungsvorsprung und einen Psychopathen an der Spitze. Auch wenn Microsoft zwischen XP und 7 (Vista schweigen wir besser tot) einen riesigen Sprung in der Usability gemacht hat, es fühlt sich für mich einfach alles noch nicht so angenehm und flüssig an wie unter OS X, auch wenn ich sagen muss, dass ich zum Beispiel den Explorer für ein besseres Stück Software halte als den Finder.
Ein extrem großes Problem von Windows ist auch, dass es auf jedem Pupssystem drauf ist. Es gibt kaum einen Computerhersteller, der seine Systeme nicht mit Windows ausliefert. Und nicht, dass sie mir einfach eine Originaldisc dabei legen, ich bekomme eine Recovery-Disc, die mir ein gebrandetes und mit Schrottsoftware überfrachtetes, von Natur aus arschlangsames, Windows installiert. Das ist Firmenpolitik, die ich betriebswirtschaftlich verstehe, die aber scheiße ist und ein mehr als nur schlechtes Licht auf Windows wirft.
Im Smartphone-Bereich kommt für mich derzeit nur iOS in Frage. Android hat ein ähnliches Problem wie Windows, mit dem Herstellerbranding, das aber noch viel weiter reicht, weil zum Beispiel der Carrier Updates unterbinden kann, was ich mehr als nur bescheuert finde. Windows Phone 7 sieht aus, als könnte es total gut werden, aber auch hier fehlt es ihm wieder an ein paar Jahren Reife, die Apple ihnen voraus hat.
Der Rest ergibt sich eben daraus, dass ich bei Rechnern und Handys Apple bevorzuge. Ein AirPort Express böte mir keinerlei Vorteile, wenn ich nicht einen Lautsprecher anschließen könnte, den ich vom iPhone aus ansteuern kann. Eine so simple Lösung kann mir mit meiner Hardwareausstattung kein anderes System liefern, so einfach ist das.
Und morgen dann Teil 2: Warum ich trotzdem jedes Mal Schmerzen habe
8. Dezember 2010 um 20:19 Uhr
Puh, da hab ich ja nochmal Glück gehabt!
Du sprichst die Treiber-Problematik an. Sicherlich ist es nervig seine Treiber updaten zu müssen, aber ich muss sagen, dass ich bspw. meine Treiber schon seit gut über einem halben Jahr nicht mehr aktualisiert habe. Vielleicht geht mir dadurch einiges an Performance und Funktionen flöten, aber wie heißt es so schön: Never change a running system. Die Treiber-Problematik resultiert aber aus einem großen Vorteil den Windows-Systeme gegenüber den Mac-Äquivalenten haben: Es ist möglich, sich seinen Rechner bis ins kleinste Detail so zu erstellen, wie es den Bedürfnissen und auch dem Geldbeutel entspricht. Klar, der Mac hat auch ein paar Möglichkeiten angepasst zu werden, aber wir sprechen hier von 12 (was weiß ich) gegen unendlich Möglichkeiten.
Die Usability von Windows- und Apple-Produkten dürfte eine reine Gewohnheitssache sein. Ich nutze seit ca. 15 Jahren Windows-Systeme (Ich hatte damals relativ schnell Win 95 bekommen) und verzweifle jedes mal, wenn ich vor einen Mac gesetzt werde. Zu sagen, dass ein Mac-System zugänglicher ist, dürfte für User richtig sein, die dem bereits vertraut sind, interessant wird das aber erst bei kompletten Neulingen. Einen Vertreter dieser Spezies dürfte in diesen Breiten recht schwer aufzufinden sein, weswegen diese Frage nur Spekulation bleibt. Ich stelle jetzt aber die These auf, dass seit Windows 7 kaum noch Unterschied in der Zugänglichkeit bei beidem Systemen besteht.
Zu der Politik der vorinstallierten Systeme muss ich dir zustimmen!
Im Smartphone-Markt wird noch einiges geschehen. Apple hat hier einen kleinen Erfahrungs-Vorsprung, der sich aber gegenüber dem Android (Dem Windows-Phone prognostiziere ich intuitiv keine große Zukunft, aber ich kenn das auch kaum) sehr schnell minimieren dürfte. Ich bin Android-User und bin es gerne. Warum? Ich habe das Gefühl, dass eine offene Plattform sehr viel mehr Möglichkeiten für die Zukunft bringt, als die (relativ) geschlossene von Apple. Ein Market der ohne Überprüfung (von manchen liebevoll Zensur genannt) Apps veröffentlichen kann, bietet zwar auf der einen Seite sehr viele Risiken, auf der anderen Seite auch mindestens genausoviele Möglichkeiten. Und sich wegen der Datenkrake Google aufzuregen halte ich auch für ignorant, denn Apple wäscht im selben Wasser.
Ich kann übrigens meine Hardware die ich habe einwandfrei miteinander verknüpfen. Ich schaue schon längst über meine Xbox Filme die auf meinem Rechner gelagert sind und steuere mit meinem Android-Handy gemütlich vom Bett aus die Musik die auf dem Rechner läuft. Dieses Zusammenspiel der einzelnen Komponente funktioniert hervorragend und ich will sie schon lange nicht mehr vermissen!