abwegig.

Warum ich Apple-Produkte (bzw. die Anhänger) hasse

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Ok, vielleicht ist der Titel etwas reißerisch geschrieben, denn “hassen” ist ein eindeutig zu krasser Begriff für meine Haltung zu den Produkten des angebissenen Apfels. Vielmehr sollte der Titel lauten: “Warum ich Apple-Produkten (bzw. den Anhängern) mit einer skeptischen Ignoranz und stetigem ‘I told you so’-Gefühlen gegenüber stehe”, aber das wäre wohl eindeutig zu lang gewesen.

Der naheliegendste Grund dafür, warum ich Windows-Systeme bevorzuge ist wohl der, dass ich Gamer bin und als solcher natürlich die Plattform bevorzuge, die mir die meiste Kompatibilität bietet. Ich mache nichts in den Bereichen Bereich Video- oder Bildbearbeitung eigentlich auch nichts im Webdesign, bei welchen ich sicherlich andere Systeme als Windows bevorzugen würde. Doch erklärt diese Grundlage nicht, dass ich grundsätzlich Produkten von Apple skeptisch gegenüberstehe. Die Skepsis resultiert vielmehr aus einem Verhalten, welches ich auch bei religiösen Menschen immer wieder feststelle: Die Mission. Apple-”Jünger” lassen kein gutes Wort an Microsoft, akzeptieren aber im Gegenzug keinerlei, oder nur wenig Kritik an ihrem favorisierten System. Funktionen und “Innovationen”, welche andere Firmen schon länger nutzen, werden als Revolution einer ganzen Industrie gesehen. Zuletzt ist dies im beängstigenden Ausmaßen bei der Vorstellung des iPhone 4 passiert: Vor allem die Videotelefonie hatte es sehr vielen Leuten angetan, wobei dieses Feature schon lange bekannt und (zu Recht) ignoriert wurde. Als ich bei Twitter und Facebook schrieb, dass es beim iPhone 4 nichts bahnbrechend neues gäbe und ich die Aufregung nicht verstehen würde, wurde ich zurechtgewiesen und mir wurde sogar vorgeworfen zu engstirnig zu sein. Engstirnig? Nur weil ich sage, dass die ach so tollen Innovationen ein alter Hut sind? Nun gut… Fakt ist aus meiner Sicht, dass Apple seit der Einführung des iPhone der ersten Generation nichts wirklich revolutionäres auf den Markt gebracht hat. Die Welt der Smartphones wäre eine ganz andere, wenn wir das iPhone nicht hätten – Soviel ist wahr.

Die Nutzer anderer Systeme beweisen aber einen Humor und eine Selbstkritik, die ich bei Apple vermisse: Windows-User wissen, dass ihre Systeme bei weitem nicht perfekt sind. ((Ich bin an dieser Stelle vielleicht zu pauschal, was auch auf die Beurteilung der Apple-User zutrifft. Andererseits würde dieser Artikel aber zu sehr ausufern, wenn ich die allgemeine Betrachtung auslasse.)) Wir machen Scherze über unsere Probleme und kritisieren diese ausgiebig, obwohl man sagen muss, dass wir uns seit Windows 7 nicht mehr verstecken müssen. Im Gegensatz zum abscheulichen Vista hat Microsoft ein endlich rundes und stabiles System erschaffen. Aber was ich noch viel wichtiger finde, ist die Tatsache, dass wir nicht bei jeder Ankündigung von Microsoft in ein “OMG – Die Welt wird nie mehr sein wie vorher”-Verhalten verfallen. Apple hat sich eine Sekte erschaffen, bei Microsoft fehlt dieses sektoide Verhalten. ((Google schafft sich übrigens eine ähnliche Fan-Gemeinde wie Apple, nur dass diese (noch) nicht so groß und wortgewaltig ist))

Was ich mit diesem Artikel erreichen will? Vielleicht will ich einfach mal die Jünger von Apple dazu ermutigen mal über den Tellerrand zu schauen. Euer System ist bei weitem nicht so perfekt wie ihr es meint, auch wenn es durchaus auch viele gute Seiten besitzt. Der Unterschied ist, vor allem seit Windows 7, vor allem im OS-Bereich sehr viel geringer als ihr meint.

Update: Kristin hat mich zu Recht darauf hingewiesen, dass die Überschrift falsch gewählt war.

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7 Kommentare

  1. Pingback: Stellungnahme | Schlaraffen-Blog

  2. Genau, die Ideen sind nicht neu, aber Apple macht einen No-Brainer draus (über das Design will ich gar nicht reden, sowas ist eh Geschmackssache).

    Mein Lieblingsbeispiel ist immer Time Machine. Backups sind vermutlich so alt wie Computer selbst, inkrementelle und periodische Backups vermutlich nicht viel jünger.
    Trotzdem kenne ich keine andere Lösung, wo ich einfach auf einen Schalter drücke und sage “Mache ab jetzt” und in einer Art Finder-Klon einfach nach Dateien suche und sie in beliebiger Versionierung finde. Ohne mich um Cronjobs (weiß gerade nicht, wie das Windows-Pendant heißt. Aufgabenzeitplaner?) o.ä. zu kümmern. Einfach an und Ruhe.

    Und so komisch es klingt: vieles kann erst durch den Vendor Lock-In so gut funktionieren – sprich: die Interoperabilität zwischen verschiedenen Apple-Produkten. Je mehr du von ihnen hast, desto besser ist deine gesamte Infrastruktur.

    So, ich habe gesprochen (von einer Ubuntu 10.04-Kiste, während daheim mein massiv überteuerter 27″ iMac im Standby schlummert)

    • Die Qualität der Produkte kritisiere ich doch auch gar nicht. Ich find’s nur auf Dauer eine Frechheit, dass althergebrachte Produkte immer wieder als Revolution gepriesen werden und dieser Wortlaut von vielen, wirklich vielen Leuten, einfach so aufgegriffen wird. Zu der Qualität der Produkte kann ich auch gar nichts sagen, da ich mich diesbezüglich nicht gut genug auskenne. Ich bezweifle aber, dass Apple-Produkte zwangsläufig besser sind.

  3. Früher konnte man das ja noch nachvollziehen. Apple hat in der Welt der grauen PCs Rechner für Kreative entwickelt, die gleichzeitig auch außen ein bisschen anders aussahen. Die waren auf Bildbearbeitung ausgelegt und auch so teuer, dass sie kein Normalsterblicher nutzen konnte. Dann haben sie mit dem iPod ihr Image neu erfunden und erzählen den Menschen, wenn sie das exakt gleiche Gerät wie Millionen andere hätten, wären sie total die coolen Hipster, im Gegensatz zu den langweiligen Normalos. Peinlich nur, dass jeder das gleiche Teil hat, viel Auswahl gibt es bei Apple ja nicht. So viel zum Individualismus. Und ich stimme dir zu: ich hasse die Anhänger auch, genau so wie ich diese krassen Linux-Verfechter hasse. Wie ich generell Verfechter von irgendwas hasse, die alle anderen bekehren wollen und glauben, ihre Sache sei die einzig richtige. Das stört mich auch bei den meisten Religionen. Schlimm, dass Apple-Fanboytum so leicht die Assoziation zu Religion erlaubt.
    Ich gebe zu, ich habe mittlerweile ein iPhone, bin aber weit davon entfernt, das irgendwie in den Himmel zu loben. Es bot sich nur gerade an, ein fast neues Telefon zum Gebrauchtpreis zu bekommen. Twittern und Musik hören könnte ich aber mit jedem anderen Handy auch und ansonsten kann ich keine tollen Features in dem Ding entdecken, ohne die ich jetzt nicht leben könnte.

    Und: Apple-Produkte sind natürlich nicht zwangsläufig besser, das ist Schwachsinn. Und wer behauptet, Windows würde andauernd abstürzen, hat vermutlich einfach keine Ahnung, wie man einen Rechner bedient (und ist deshalb bei Apple genau richtig). Ich habe nie Probleme mit Windows und ich nutze zu viele Programme, die es nur für Windows gibt, als das für mich ein Wechsel in Frage käme.

    Abschließend will ich noch sagen, dass Apple-Produkte besser wären, wenn sie kein iTunes benötigten. Denn iTunes ist wirklich ganz objektiv betrachtet das schlechteste Musikprogramm, das es gibt.

    • Was kann ich dazu noch groß sagen?

      Wie einfach der Vergleich zur Religion fällt und dabei auch noch richtig zu liegen ist mehr als beängstigend, das ist mir auch aufgefallen.

  4. Schade dass hier alle Apple-Nutzer über einen Haufen geworfen werden. Von diesem Blog bin ich mehr Objektivität gewohnt.

    Ist doch klar dass jeder seinen Kauf rechtferitgen will. Ein abschließendes besser oder schlechter wird es bei diesem Thema nie geben weil die Geschmäcker einfach zu verschieden sind. Alle Windows/Apple-Nutzer über einen Kamm zu scheren finde ich aber auch nicht richtig.

    Grüße aus Österreich.

    Siggi vom Freddi: Ich gestatte einmal Werbung (Die du schon durch deinen Kommentarnamen hast) – Ausserdem führt deine Seite ins nichts

    • 1.: Habe ich mich bereits entschuldigt und vieles zurückgenommen – Diese Objektivität erwarte ich auch von meinen Lesern!
      2.: Wer bist du? Ich hab dich weder auf dieser Seite, noch bei Twitter je gesehen.

      Bin ich jetzt erfolgreich getrollt worden?

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